Am 20. April berichteten wir zuletzt über die aktuellen Geschehnisse an der OBS in Zeiten von Corona. Inzwischen ist etwas Zeit im Lande vergangen und die Situation hat sich verändert.

Basketballer haben auf der ganzen Welt eines gemeinsam. Sie halten es nicht lange aus, ohne Korb, ohne Ball und ohne das himmlische Geräusch wenn er mit Rückwärts-Spin durchs Netz saust. Und so kommt es, dass die Basketball-Begeisterten Rund um den Globus an Konzepten arbeiten um wenigstens „ein bisschen Basketball“ zu ermöglichen. An der OBS geht es uns nicht anders und darum haben wir uns nach einem Monat Pause dazu entschieden, dass „Home-Program“ zu starten.

Es sollte also schnell ein Programm entstehen, welches Hand in Hand mit den namibischen Verordnungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus geht. Wichtig war uns dabei vor allem, möglichst alle Kinder in das Programm einzubinden, sodass es keine Vernachlässigungen gibt. Das war auch die größte Herausforderung, denn einige Kindern sind aufgrund der Schulschließungen und Einschränkungen im öffentlichen Leben in ihre Dörfer in der Heimat gefahren. Diese Dörfer liegen teilweise weit auf dem Land, oft ohne Strom und Netz. In Anbetracht dieser Umstände haben Projektkoordinator Pondo Nailenge und Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Paul Isernhinke gemeinsam das „Home-Program“ entwickelt, dass sich auf die drei Schwerpunkte des normalen OBS-Programms beruft: Schulbildung, Basketball, Charakterentwicklung.

Schulbildung

Da die OBS im engen Kontakt mit den Schulen in Ongwediva steht, richtete sich das Schulprogramm immer sehr nach dem Curriculum der OBS-Kids. Ebenfalls über die Schulen besitzt die OBS Aufgabenblätter und Bücher mit Übungsaufgaben, die eben genau dem aktuellen Curriculum entsprechen. Diese Aufgabenblätter wurden nun auch für das “Home-Program” genutzt. Seit Anfang Juni erhalten die Kinder jeden Montag ihre Übungsaufgaben, die sie bis zum Freitag derselben Woche bearbeiten sollen. Das Problem der Distanz wurde gelöst, indem Pondo mithilfe von Smartphone und All-Net-Flat die Aufgaben am Montag an die Smartphones der Kinder oder Eltern/Erziehungsberechtigten gesendet hat. Über das Wochenende hat Pondo die Aufgaben dann korrigiert.

Fitness

Leider besitzt nicht jedes Kind an der OBS einen eigenen Basketball, aber trotzdem gibt es immer Möglichkeiten sich sportlich fit zu halten, egal wo! Und so hat Pondo jede Woche selbst gedrehte Workout-Videos von sich angefertigt und sie den Kindern geschickt. Bis zum Ende der Woche hatten sie dann Zeit die Übungen zu Hause zu üben und mussten dann in einem Beweisvideo die korrekte Durchführung und Bewältigung der Übung vorzeigen!

Life-Skills

Ein sehr wichtiger Aspekt der OBS ist, dass sich Trainer und Mitspieler um einen Kümmern und es ein Ort ist, den viele Kinder als ihr zu Hause bezeichnen. So durfte auch dieser Bestandteil nicht unter Corona leiden. Aus dem Grund gab es Freitag den Life-Skills Tag, an dem Pondo mit jedem einzelnen Kind telefonierte, bestimmte Themen besprochen wurde und er versucht hat sich mit der persönlichen Verfassung jedes Kindes vertraut zu machen.

Nach einem Monat „Home-Program“ können wir sagen, dass wir sehr froh über den Verlauf der Umsetzung des Programms sind! Wir konnten so gut wie alle Kinder in das Programm einbinden. Fast jede/r besitzt die Möglichkeit der Nutzung eines Smartphones, egal in welchem Dorf sich der- oder diejenige gerade befindet. Oft ist es das Smartphone des Bruders oder des Onkels, aber das ist kein Problem, schließlich müssen die Kinder nur 3-4 Mal pro Woche erreichbar sein.

Glücklicherweise hat sich die Situation im Lande nun geändert. In Namibia gab es nicht sehr viele Todesfälle und das Land beschließt Schritt für Schritt Maßnahmen, die die Rückkehr in die neue Normalität ermöglichen. Kleingruppen von 20 Personen dürfen unter bestimmten Bedingungen wieder gemeinsam Aktivitäten nachgehen und so konnte die OBS nun, nach Absprache mit der Schulaufsichtsbehörde der Oshana-Region, das „Home-Program“ einstellen und wieder mit einem eingeschränkten Programm starten. Wie es der Zufall will, hat Frank Albin, der langjährige Leiter und Gründer der Basketball Artist School in Windhoek, der OBS vor kurzem einen mobilen Basketballkorb gespendet. Dieser steht nun auf dem kleinen Vorhof des OBS-Centers und wird stark genutzt!

Wie genau es in Namibia in den nächsten Wochen weitergeht, lässt sich weiterhin schwer vorhersagen. Wenn es weiterhin keinen großen Anstieg der Infektionszahlen gibt, könnten bald schon wieder Trainingseinheiten auf dem Basketballplatz möglich sein, vielleicht geht die Schule auch demnächst wieder los. Bis dahin macht die OBS auf jeden Fall fleißig mit ihrem eingeschränkten Programm weiter!

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